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Hinweise zu Literatur und Schriften im Umfeld der Auswertung des Verkehrszentralregisters (VZR)

Schade F.-D. & Heinzmann, H.-J. (2008): Alterstypisches Verkehrsrisiko.

Berichte der Bundesanstalt für Straßenwesen, Reihe Mensch und Sicherheit, Heft M 193, Bergisch Gladbach (ISBN 978-3-86509-814-6)

Die Studie fragt nach alterstypischen Verkehrsverstößen, die bei Senioren auf eine zunehmende Verkehrsunsicherheit hinweisen. Sie basiert auf Stichprobendaten des Verkehrszentralregisters (VZR) von 350.000 Personen zwischen 35 und 84 Jahren, deren Verkehrsauffälligkeit im Anschluss an eine VZR-Eintragung über zwei Jahre beobachtet wurde. Als alterstypisch werden vor allem kritische Fahrmanöver wie Abbiegen, Wenden, Ein- und Ausfahren und Rückwärtsfahren identifiziert, bei denen es um die Vorfahrt anderer Verkehrsteilnehmer geht. Festzustellen ist nach einem alterstypischen Verkehrsverstoß mit zunehmendem Alter: Die Verkehrsauffälligkeit wird erheblich seltener, steht dann aber erheblich häufiger in Zusammenhang mit einem Unfall. Diese Relation, die das Unfallrisiko zunächst noch in Grenzen hält, geht schließlich im vorgerückten Alter verloren, und die Unfälle nehmen zu.

Schade, F.-D. (2008): Der Kraftfahrer in der zweiten Lebenshälfte: Verkehrsteilnahme und Verkehrsauffälligkeit.

Erschienen in: Schade, J. und Engeln, A. (Herausgeber): Fortschritte der Verkehrspsychologie: Beiträge vom 45. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychologie. Wiesbaden, VS Verlag (ISBN 978-3-531-15965-0), Seite 51-79.

Anhand großer Stichproben wird die Situation von Kraftfahrerinnen und Kraftfahrern im Alter zwischen 45 und 84 Jahren analysiert: Beginn und Verlauf der sinkenden Mobilität (Daten aus MiD 2002), Veränderungen in der Fahrerlaubnisbesitzquote durch Ersterteilungen, Entziehungen, Aberkennungen, Verzichte, Neuerteilungen einschließlich einer Prognose für das Jahr 2022 (Daten unter anderem aus dem Zentralen Fahrerlaubnisregister und dem Verkehrszentralregister), divergierende Entwicklungen in zwei großen Klassen von Verkehrsverstößen, Normenverstöße und Fahrfehler genannt (Daten aus dem Verkehrszentralregister), deren Ursachen in Bezug auf Alter und Geschlecht näher untersucht werden.

Kurzfassung des Kongressbeitrages: Datei ist nicht barrierefrei Der Kraftfahrer in der zweiten Lebenshälfte: Verkehrsteilnahme und Verkehrsauffälligkeit (pdf 432-KB)

Schade, F.-D. (2006): The Effectiveness of the Points System in Germany. In: W.-R. Nickel & P. Sardi (Herausgeber): Fit to Drive. 1st International Traffic Expert Congress - Tagungsband.

Schriftenreihe Fahreignung, Kirschbaum Verlag, Bonn, Seite 39-43 (ISBN 3-7812-1658-6).

An eine systematische Evaluation des deutschen Punktsystems hat sich bislang noch niemand gewagt. Gleichwohl liegen einige Befunde vor, die für die Wirksamkeit des Punktsystems sprechen, ohne sie schon beweisen zu können. Diese sollen – eingebettet in das umfassende Konzept einer „Programm-Evaluation“ – vorgestellt werden. Gemäß Konzept ist für das Punktsystem der Nachweis von fünf Komponenten gefordert: ein klares und begründetes Programm, eine gelungene Praxisumsetzung, ein ausreichendes Maß an Zielgruppenerreichung sowie Verhaltensbeeinflussung und schließlich ein positiver Einfluss dieses Verhaltens auf die Verkehrssicherheit. Für die ersten vier der fünf Punkte finden sich viele Belege. Der letzte Punkt ist allein aus methodischen Gründen heute kaum mehr überprüfbar.

Schade, F.-D. (2005): Lebt gefährlich, wer im Verkehrszentralregister steht? Das Verkehrszentralregister als Prädiktor des habituellen Verkehrsrisikos.

Zeitschrift für Verkehrssicherheit, 51 (1), Seite 7-13.

Die Untersuchung zeigt an einer großen Stichprobe aus dem VZR, dass von Personen mit Punkten ein erhebliches Verkehrsrisiko ausgeht, innerhalb von 12 Monaten mit Unfällen, grob gefährdendem Verhalten oder groben Verstößen gegen die Bestimmungen beim Gebrauch von Kfz aufzufallen. Entscheidend für die Prognose ist die Zahl der Eintragungen, weniger die Art der Verstöße oder die dafür vergebenen Punkte. (Dieser Artikel ist eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse aus der nachfolgenden Studie von 2004.)

Heinzmann, H.-J. & Schade, F.-D. (2004): Risikogruppen im Verkehrszentralregister als Basis für eine Prämiendifferenzierung in der Kfz-Haftpflicht.

Berichte der Bundesanstalt für Straßenwesen, Reihe Mensch und Sicherheit, Heft M 159, Bergisch Gladbach (ISBN 3-86509-108-3).

Die Studie widmet sich der Frage, ob Eintragungen im VZR einen prognostischen Wert für den Schluss auf ein erhöhtes Verkehrsrisiko besitzen. Tatsächlich geht die Risikodifferenzierung anhand der Zahl der Eintragungen über die nach Geschlecht und Alter erheblich hinaus. Die Kenntnis vergangener Unfälle dagegen erhöht die Prognosekraft nicht. Die auf Basis der Angaben zu Geschlecht, Alter und Zahl der Eintragungen erzielte Differenzierung der Verkehrsrisiken ist beachtlich: So besitzen beispielsweise 18- bis 25-jährige Pkw-Fahrer mit mehr als drei Verstößen gegenüber 41- bis 60-jährigen Pkw-Fahrerinnen ohne Eintragungen ein mehr als 20-faches Risiko, im kommenden Jahr schuldhaft in einen Unfall verwickelt zu werden.

Schade, F.-D. & Heinzmann, H.-J. (2004): Prognosemöglichkeiten zur Wirkung von Verkehrssicherheitsmaßnahmen anhand des Verkehrszentralregisters.

Berichte der Bundesanstalt für Straßenwesen, Reihe Mensch und Sicherheit, Heft M 155, Bergisch Gladbach (ISBN 3-86509-062-1).

Die Studie befasst sich mit den Faktoren, die das Legalverhalten des Verkehrsteilnehmers bestimmen, darunter insbesondere mit denen, die durch den Gesetz- und Verordnungsgeber beeinflusst werden können. Kernstück ist ein Wirkungsmodell, welches den Erfolg von Verkehrssicherheitsmaßnahmen abzuschätzen helfen soll. Verkehrssicherheit wird dabei als Ergebnis eine „qualifizierten Verkehrsordnung“ erklärt. Das Modell stellt die Zusammenhänge zwischen verkehrsrechtlichen Maßnahmen, dem Verkehrsteilnehmer und dem VZR dar. Die ursprüngliche Zielvorstellung, mittels statistischer Simulation aufgrund von Zahlen des VZR den Maßnahmenerfolg abzuschätzen, konnte nur für eingeschränkte Fragestellungen aufrechterhalten werden.

Heinzmann, H.-J. & Schade, F.-D. (2003): Moderne Verkehrstechnologie - Fahrdatenspeicher und Junge Fahrer.

Berichte der Bundesanstalt für Straßenwesen, Reihe Mensch und Sicherheit, Heft M 148, Bergisch Gladbach (ISBN 3-89701-975-2).

Untersucht wird die Hypothese, dass ein Fahrdatenspeicher (besser bekannt als Unfalldatenspeicher UDS) im Privatfahrzeug von jungen männlichen Pkw-Fahrern zu einem disziplinierteren und vorsichtigeren Fahren führt. Die Auswertung von 42 Millionen Pkw-Kilometern in rund 2.000 Beobachtungsjahren der freiwilligen Probanden, die nach Zufallsprinzip der Experimental- (mit UDS) und der Kontrollgruppe (ohne UDS) zugeordnet wurden, ergibt folgendes Resultat: Das Fahren mit einem UDS im Privat-Pkw erbringt bei männlichen Fahrern im Alter überwiegend zwischen 19 und 25 Jahren keine signifikant positive Wirkung auf das Verkehrsverhalten: Weder nimmt die Häufigkeit von Unfällen signifikant ab, noch die Höhe des Sachschadens, noch die Häufigkeit registrierter Verkehrsverstöße.

Schade, F.-D. (2002): Das Verkehrszentralregister, ein Messinstrument zur Prüfung der Kraftfahreignung - Konstrukt, teststatistische Gütekriterien, neue Ergebnisse.

In: Panosch, E. (Herausgeber): Driver Improvement, 7. Internationaler Kongress. Kuratorium für Schutz und Sicherheit, Wien (ISBN 3-7070-0053-2), Seite 325-337.

Grundlage der Studie ist das Konstrukt „habituelles Verkehrsrisiko“, das die generelle Tendenz von Verkehrsteilnehmern abbildet, Ausgangspunkt einer Regelverletzung, einer Verkehrsstörung oder gar eines Unfalls zu werden. Gezeigt wird die Aussagekraft von Daten aus dem VZR in Form von fünf Einzelindikatoren, nämlich Gefährdung/Schädigung, Rücksichtslosigkeit, Regelmissachtung und Fahrzeugmissbrauch, für gruppendiagnostische Fragestellungen, für institutionalisierte Auslese sowie für die Evaluation von Verkehrsicherheitsmaßnahmen. Ergebnisse liegen vor zur Konstruktvalidität, zur internen Konsistenz, Reliabilität und Validität.

Schade, F.-D. (2002): Einwirkungsmöglichkeiten auf das Verkehrsverhalten von jungen Fahrern mit Hilfe des Verkehrszentralregisters - bisherige Erkenntnisse und künftige Gestaltungsmöglichkeiten.

In: Bundesanstalt für Straßenwesen (Herausgeber): Zweite Internationale Konferenz "Junge Fahrer und Fahrerinnen". Berichte der Bundesanstalt für Straßenwesen, Heft M 143, Seite 149-152, Bergisch Gladbach.

Nach einem Überblick über die grundsätzlichen Möglichkeiten der Beeinflussung des Verkehrsteilnehmers und über die spezifischen Wirkungen des VZR werden drei Aspekte diskutiert, die den positiven Einfluss mindern: die „überstrahlende“ Wirkung anderer Faktoren, der verzögerte Zeitpunkt spezialpräventiver Maßnahmen und die generelle Re-Aktion des Verkehrsteilnehmers auf jegliche Maßnahmen. Sechs konkrete Vorschläge werden unterbreitet, wie die Effizienz bekannter und neuer Maßnahmen speziell bei jungen Fahrern erhöht werden könnte.

Heinzmann, H.-J. (2001): Verkehrsdelinquenz älterer Menschen.

In: Flade, A., Limbourg, M., Schlag, B. (Herausgeber): Mobilität älterer Menschen. Verlag Leske + Budrich, Opladen (ISBN 3-8100-3124-0), Seite 227-241.

Der Beitrag behandelt die Verkehrsauffälligkeit älterer Verkehrsteilnehmer, gemessen an Eintragungen im VZR. Wenn auch die Belastung dieser Bevölkerungsgruppe mit Eintragungen bezogen auf die Bevölkerungsstärke sehr gering ist, so zeigen nähere Analysen doch Problembereiche. So steigen mit dem Alter vor allem die unfallträchtigen Verstöße gegen Vorfahrtsregeln.

Schade, F.-D. (2000): Verkehrsauffälligkeit von Pkw-Fahrern und ihre Entwicklung mit dem Lebensalter – ein Modell.

Zeitschrift für Verkehrssicherheit, Heft 1, Seite 9–18.

Das entwickelte Modell enthält neben der Fahrleistung drei Komponenten: eine mit dem Alter abnehmende Komponente „Risikonahme“, eine altersunabhängige Komponente „gesellschaftlich hingenommenes Restrisiko“ und eine Komponente „unkompensierter Altersabbau“ für die mit dem Alter zunehmenden Fehlleistungen. Auf Basis einer Stichprobe von 73.000 VZR-Eintragungen männlicher Pkw-Fahrer bestätigt sich das Modell für 19 von 20 überprüften Arten von Verkehrsverstößen. Eine Reduktion der Komponente „Risikonahme“ um 90 % benötigt typischerweise 10 bis 20 Lebensjahre. Bei Massendelikten wie zum Beispiel Geschwindigkeitsübertretungen konvergiert der Lernprozess gegen ein erhebliches „gesellschaftlich hingenommenes Restrisiko“. Die dritte Komponente macht sich bei Fahraufgaben mit bevorrechtigten anderen Verkehrsteilnehmer bemerkbar.

Hansjosten, E. (1999): Delinquentes Verhalten im Verkehr.

In: Flade, A., Limbourg, M. (Herausgeber): Frauen und Männer in der mobilen Gesellschaft. Verlag Leske + Budrich, Opladen: (ISBN 3-8100-2494-5), Seite 115-128.

Im VZR-Bestand sind Männer gegenüber Frauen im Verhältnis von etwa 4 zu 1 überrepräsentiert. Zudem begehen Männer schwerwiegendere Verkehrsverstöße und zählen wegen eines erhöhten Rückfallrisikos öfter zu den so genannten Mehrfachtätern. Neben diesen allgemeinen Befunden gibt es Fehlverhaltensweisen, die für das jeweilige Geschlecht besonders typisch sind. Die Studie zeigt anhand von 11 Tabellen ein differenziertes Bild der geschlechtsspezifischen Verhaltensunterschiede im Straßenverkehr.

Schade, F.-D. (1998): Das Kriterium der Legalbewährung nach Daten des Verkehrszentralregisters.

In: Bundesanstalt für Straßenwesen: Driver Improvement, 6. Internationaler Workshop, Berichte der Bundesanstalt für Straßenwesen, Reihe Mensch und Sicherheit, Heft M 93, Bergisch Gladbach (ISBN 3-89701-170-0), Seite 171-175.

Der Beitrag stellt das Kriterium der Legalbewährung dar und grenzt es gegenüber dem Unfallkriterium ab. Danach wird ein statistisches Modell, das „Modell der logarithmisch normalverteilten konstanten VZR-Risiken“, zur Beschreibung von VZR-Daten eingeführt. Dieses Modell beruht auf einem sogenannten Poisson-Prozess. Es zeigt sich an verschiedenen großen Datensätzen aus dem VZR, dass ein solches Modell trotz vereinfachender Annahmen nicht nur die Erstauffälligkeit von Personen im Rahmen der Fahrerlaubnis auf Probe, sondern auch die Wiederauffälligkeit in den meisten Anwendungsfällen hervorragend beschreibt. (Diese Studie ist eine Weiterentwicklung der Arbeit von 1992).

Hansjosten, E. & Schade, F.-D. (1997): Legalbewährung von Fahranfängern.

Berichte der Bundesanstalt für Straßenwesen, Reihe Mensch und Sicherheit, Heft M 71, Bergisch Gladbach (ISBN 3-89429-824-3).

Analysiert werden Daten von Fahranfängern zu Personengruppen mit unterschiedlichen Auffallens- und Rückfallrisiken, zu Art und Ausmaß dieser Risiken unter besonderer Berücksichtigung von „Alkohol am Steuer“ und zum prognostischen Wert des in der Probezeit gezeigten Verhaltens.

Schade, F.-D. (1992): Rückfallrisiko bei Geschwindigkeitsdelikten – trotz Ahndung unverändert?

Zeitschrift für Verkehrssicherheit, 38 (3), Seite 114–120.

Auf Basis einer Langzeitstichprobe aus dem VZR von 34.000 Personen mit Geschwindigkeitsverstößen wird die Wirkung der sogenannten Spezialprävention durch Ahndung anhand von Rückfallzeitspannen über die Dauer von acht Jahren untersucht. Die empirisch gefundene stetige, wenn auch sich verlangsamende Abnahme des Rückfallrisikos lässt sich als Methodenartefakt deuten. Vielmehr zeigen sich die Daten in Übereinstimmung mit der Annahme logarithmisch normalverteilter Rückfallrisiken von individuell hoher Konstanz über die untersuchten acht Jahre.

Schade, F.-D. (1990): Möglichkeiten und Bedeutung einer Auswertung des Verkehrszentralregisters für Fragen der Verkehrssicherheitsforschung und für verkehrspolitische Entscheidungen.

Zeitschrift für Verkehrssicherheit, 36 (4), Seite 158–164.

Nach Würdigung von Charakter und Inhalt des VZR werden mit der Zustands- und Verlaufsbeschreibung, mit Evaluation und Validierung sowie mit der Entwicklung von Erklärungs- und Prognosemodellen sechs große Aufgabenbereiche beschrieben, für die das VZR wertvolle Daten im Hinblick auf Fragen der Verkehrssicherheitsforschung und verkehrspolitischer Entscheidungen bereit hält.

Die Berichte der Bundesanstalt für Straßenwesen sind zu beziehen über

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