Fahrleistungserhebung 2002
Forschungsprojekt 82.201/2001 im Auftrag der Bundesanstalt für Straßenwesen
Die Fahrleistung von Kraftfahrzeugen, also die Summe der Kilometer, die von Kraftfahrzeugen innerhalb eines bestimmten Zeitraumes zurückgelegt werden, ist eine zentrale Kenngröße für den Verkehr auf unseren Straßen. Die Fahrleistung spiegelt damit nicht nur die Intensität der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Austauschbeziehungen wider, sondern liefert Bezugsgrößen und Indikatoren zur Beurteilung der Verkehrssicherheit und der verkehrsbedingten Umweltbelastung sowie der Belastung der Verkehrswege.
Die letzte systematische und bundesweite Fahrleistungserhebung liegt aus den Jahren 1990 und 1993 vor. Eine einfache Fortschreibung dieser Daten auf Basis von Verkehrszählungen und Kraftstoffverbräuchen ist bei veränderten demographischen, wirtschaftlichen und fahrzeugtechnischen Rahmenbedingungen nur begrenzt möglich, so dass im Jahr 2002 eine neue Grunderhebung nötig wurde.
Die Planung, wissenschaftliche Leitung und Auswertung der Erhebung lag in den Händen des Instituts für angewandte Verkehrs- und Tourismusforschung – IVT, Heilbronn, die organisatorisch-technische Durchführung beim Kraftfahrt-Bundesamt, Flensburg. Die „Ingenieurgruppe IVV, Aachen“ übernahm den Teilauftrag zum grenzüberschreitenden Verkehr.
Die Erhebung ist als repräsentative Halterbefragung zur so genannten Inländerfahrleistung, das heißt der im In- oder Ausland erbrachten Fahrleistung der im Inland zugelassenen Kraftfahrzeuge konzipiert. Die etwa 130.000 dafür notwendigen Halteradressen wurden nach einem Stichprobenverfahren aus dem beim Kraftfahrt-Bundesamt geführten Zentralen Fahrzeugregister gewonnen. In die Endauswertung gingen die Kilometerangaben von rund 70.000 Fahrzeughaltern ein.
Die Ergebnisse sind aufgeschlüsselt unter anderem nach Fahrzeuggruppen (Krafträder, Pkw privater sowie gewerblicher Halter, Lkw privater sowie gewerblicher Halter, Sattelzugmaschinen, Busse, Kfz mit Versicherungskennzeichen), Alter des Fahrzeugs, Antriebsarten sowie Leistungsklassen (Motorleistung, Hubraum, zulässiges Gesamtgewicht). Bei privaten Haltern wurde zudem nach Geschlecht und Alter, Erwerbstätigkeitsstatus und Fahrtzwecken des Hauptnutzers unterschieden. Eine Vielzahl von Faktoren, so zeigt sich, bestimmt die erbrachte Fahrleistung. Eine Gegenüberstellung zu den Ergebnissen des Jahres 1993 verdeutlicht markante Veränderungen innerhalb nun fast eines Jahrzehntes Verkehrsentwicklung in der Bundesrepublik Deutschland.
Der Forschungsbericht ist mit einer ersten Veröffentlichung, die sich speziell der Inländerfahrleistung widmet, allgemein zugänglich gemacht. Er wurde unter dem Titel "Fahrleistungserhebung 2002 – Inländerfahrleistung" im Mai 2005 in der Reihe "Berichte der Bundesanstalt für Straßenwesen" als Heft V 120 heraus gebracht (ISSN 0943-9331/ISBN 3-86509-277-2).
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