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50 Jahre Kraftfahrt-Bundesamt - 50 Jahre Verkehrssicherheit als Auftrag

Flensburg, 4. August 2001. Das Kraftfahrt-Bundesamt hat in den vergangenen fünf Jahrzehnten im Bereich der Kraftfahrzeugtechnik und der Zentralen Register viel dazu beigetragen, dass unsere Kraftfahrzeuge umweltfreundlicher und ebenso wie unsere Straßen sicherer geworden sind. Das ist eine beachtliche Leistung, denn das Verkehrsaufkommen ist im gleichen Zeitraum rapide gestiegen. Als das Kraftfahrt-Bundesamt am 4. August 1951 eingerichtet wurde, war nicht abzusehen, dass sich die Zahl der motorisierten Fahrzeuge auf den Straßen von seinerzeit 2,5 Millionen auf jetzt über 55 Millionen Fahrzeuge und Anhänger erhöhen könnte - so der jüngste statistische Befund. Er wirft ein bezeichnendes Licht auf Ausmaß und Bedeutung der Aufgaben des Kraftfahrt-Bundesamtes.

Die über allem stehende Aufgabe des Kraftfahrt-Bundesamtes ist, die Verkehrssicherheit auf unseren Straßen zu erhöhen. Darin ist auch die Bedeutung der Tätigkeit von über 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu sehen.

Die europäischen Einigungsbestrebungen nach dem zweiten Weltkrieg sind ein Beweis dafür, dass wachsende Zusammenarbeit den Beteiligten erhebliche Vorteile bringt. Nie zuvor hat es in Europa eine solche Freizügigkeit für Personen, Waren, Dienstleistungen und Kapital gegeben. Erreicht hat die Gemeinschaft dieses Ziel durch die Aufhebung der Binnengrenzen, die nicht nur den Unternehmen grenzenlose Möglichkeiten eröffnete.

Für das Amt besteht seitdem die große Herausforderung darin, sich von seiner nationalen Tätigkeit zu lösen und zunehmend den europäischen Gedanken erlebbar zu machen. Als einstige nationale Typgenehmigungsbehörde ist das Kraftfahrt-Bundesamt heute europa- und weltweit tätig. Mit der Erteilung von Typgenehmigungen nach internationalen Rechtsvorschriften (EG- und ECE-Typgenehmigungen) stehen wir heute im Wettbewerb zu anderen Genehmigungsbehörden der Europäischen Union. Mit jährlich zirka 14.000 Typgenehmigungen überaus erfolgreich.

Vor 50 Jahren

Als erstes Gesetz auf dem Gebiet des Straßenverkehrswesens brachte 1951 der damalige Bundesminister für Verkehr Dr. Hans-Christoph Seebohm das Gesetz über die Errichtung eines Kraftfahrt-Bundesamtes auf den Weg. Viele Widerstände waren zuvor zu überwinden, weil einige Bundesländer gegen eine zentrale Sammlung von Nachrichten über Kraftfahrzeuge und Führer von Kraftfahrzeugen waren, wie sie 1910 im Deutschen Reich durchgeführt wurde. Im Sommer 1951 erlangte die Gesetzesvorlage im Bundestag die erforderliche Mehrheit und wurde am 4. August 1951 vom Bundespräsidenten verkündet. Es trat am Tag nach seiner Verkündung in Kraft. Das Kraftfahrt-Bundesamt wurde per Gesetz als Bundesoberbehörde für Aufgaben des Straßenverkehrs errichtet und in den Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Verkehr eingegliedert.

Am 12. September 1951 bestimmte der Bundesminister für Verkehr die Stadt Flensburg als Dienstsitz des Kraftfahrt-Bundesamtes. Mit dieser Entscheidung endete für zahlreiche Städte wie München, Kassel, Schleswig, Kiel und Wiesbaden das Rennen um den Vorzug, Dienstsitz des Kraftfahrt-Bundesamtes zu werden. Ausschlaggebend für die Standortwahl waren struktur- und regionalpolitische Gründe. Zahlreiche Flüchtlinge und Vertriebene aus den Ostgebieten ließen die Bevölkerungszahl erheblich ansteigen. Die Entscheidung für den Standort Flensburg hatte eine – unvorhergesehene – Folge für die Geschichte dieser Stadt. Flensburg wurde zum "Markenzeichen" einer verkehrsrechtlichen Institution und brachte bereits wenige Jahre nach Kriegsende der Fördestadt und ihrer Umgebung entscheidende Verbesserungen auf dem Arbeitsmarkt.

Vor fünf Jahrzehnten übernahm das Kraftfahrt-Bundesamt Aufgaben, die teilweise bereits von ehemaligen Reichsstellen ausgeübt wurden, wie zum Beispiel:

  • die Erteilung von Typgenehmigungen für Kraftfahrzeuge und -teile – dem Kern des heutigen Typgenehmigungsverfahrens -, die bis zum Jahre 1937 zurückreicht und von der Reichsstelle für Typprüfung von Kraftfahrzeugen und Kraftfahrzeugteilen in Berlin durchgeführt wurde,
  • die Erstellung von Statistiken im Rahmen der für Bundesstatistiken geltenden Bestimmungen – dem Kern der heute erhobenen Amtlichen Statistik –, die bis zum Jahre 1906 zurückreicht und vom Statistischen Reichsamt durchgeführt wurde,
  • die zentrale Erfassung von verwaltungsbehördlichen Entscheidungen über Verkehrsteilnehmer – dem Kern des heutigen Verkehrszentralregisters –, die bis zum Jahre 1910 zurückreicht und von der Sammelstelle für Nachrichten über Führer von Kraftfahrzeugen in Berlin und ab 1945 in Bielefeld vorgenommen wurde,
  • die zentrale Erfassung der von den Zulassungsbehörden gemeldeten Bestandsveränderungen von Kraftfahrzeugen und –anhängern – dem Kern des heutigen Zentralen Fahrzeugregisters -, die bis zum Jahr 1934 zurückreicht und von der Sammelstelle für Nachrichten über Kraftfahrzeuge in Berlin, ab 1945 in Peine und ab 1946 in Bielefeld vorgenommen wurde.

Die Entwicklung der Automobiltechnik, der Grad der Motorisierung und die Entwicklung der Informationstechnologie haben die Behördenorganisation seit den Anfängen in vielfältiger Weise geprägt und umgestaltet. Das Ziel aller Dienstleistungen dieses Amtes, die Sicherheit des Straßenverkehrs zu verbessern, ist jedoch unverändert geblieben.

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