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Rückrufe

Rückrufe werden von Herstellern durchgeführt, um Produktmängel zu beseitigen. Da Produktmängel zu ganz unterschiedlichen Gefährdungen führen können, ist Rückruf nicht gleich Rückruf.

Liegt eine ernste Gefährdung vor, ist der Rückruf meist das wirkungsvollste Mittel. Der Hersteller hat deshalb kaum eine andere Wahl, als einen Rückruf durchzuführen. Damit ernste Gefahren vollständig beseitigt werden, müssen Fahrzeughersteller für solche Rückrufe die Halteranschriften aus dem Zentralen Fahrzeugregister (ZFZR) des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) verwenden. In weniger schweren Fällen ist der Hersteller nicht gezwungen, die Halteranschriften des KBA zu nutzen. Damit möglichst viele Fahrzeughalter dem Rückruf folgen können, nutzen viele Fahrzeughersteller jedoch auch in solchen Fällen freiwillig die Daten des KBA.

Grundsätzlich arbeiten das KBA und die Hersteller, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen, gemeinsam an der Beseitigung des Mangels, der den Rückruf erforderlich machte. Zur zielgerichteten Beseitigung gefährlicher Produkte hat das KBA einen Verhaltenskodex für die Zusammenarbeit mit den Herstellern auf nationaler Ebene geschaffen (Kodex zur Durchführung von Rückrufaktionen).

Nicht selten ist die Durchführung einer Rückrufaktion eine große logistische Herausforderung für den Fahrzeughersteller und das KBA, insbesondere bei großvolumigen Rückrufaktionen.

Das planvolle und umsichtige Vorgehen zur vollständigen Beseitigung des Mangels verlangt jedoch auch von den Halterinnen und Haltern die notwendige Mitwirkung: sie müssen ihr Fahrzeug in der Werkstatt vorführen, um die technische Maßnahme vornehmen zu lassen. Andernfalls besteht die Gefahr beziehungsweise die fehlende Vorschriftsmäßigkeit weiterhin. Sofern ein Fahrzeughalter trotz Aufforderung nicht an einer Rückrufaktion teilnimmt, werden die Betroffenen in Nachfassaktionen erneut aufgefordert, den Mangel beseitigen zu lassen. Wenn die von Herstellern und KBA durchgeführten Maßnahmen zur Beseitigung besonders gefährlicher Mängel auch nach mehrmaligem "Nachfassen" nicht zum Erfolg führten und die gebotene Mitwirkung der Fahrzeughalterinnen und Halter ausbleibt, bildet die Betriebsuntersagung durch die örtlich zuständige Zulassungsbehörde den Schlusspunkt.

Aufgrund von Rückrufaktionen mit einer hohen Anzahl betroffener Fahrzeuge befindet sich die Statistik, die bereits seit 2014 einen deutlichen Anstieg aufzeigt, im Jahr 2018 auf einem neuen Höchstwert. Etwa 146.000 Fahrzeuge wurden für die Betriebsuntersagung an die örtlich zuständigen Zulassungsbehörden gemeldet. Die hohe Anzahl begründet sich zum einen auf die im Jahr 2015 gestarteten Rückrufmaßnahmen zur Diesel-Abgasthematik und zum anderen auf Airbag-Rückrufe diverser Hersteller. Umfänglich nehmen diese zwei Rückrufmaßnahmen einen hohen Einfluss auf die Gesamtstatistik und befanden sich im Jahr 2018 im letzten Verfahrensabschnitt, der Information zur Betriebsuntersagung an die Zulassungsbehörden.

In Abhängigkeit von dem Volumen der Rückrufaktionen variiert die Anzahl der Betriebsuntersagungen. Nach einer Erhöhung in den Jahren 2014, 2016 und 2017 hat sich das Volumen der Betriebsuntersagung erneut erhöht. Die Anzahl der Betriebsuntersagung des Jahres 2018 lässt sich zum einen auf die im Jahr 2015 gestarteten Rückrufmaßnahmen zur Diesel-Abgasthematik und zum anderen auf Airbag-Rückrufe eines global agierenden Zulieferers zurückführen. Diese zwei volumenstarken Rückrufmaßnahmen befinden sich seit 2018 im letzten Verfahrensabschnitt, der Information zur Betriebsuntersagung an die Zulassungsbehörden und nahmen Einfluss auf die Gesamtstatistik.

Diagramm: Anzahl Produktsicherheitsuntersuchungen 2010 bis 2018Quelle: KBA


 

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