Navigation und Service

Pressemitteilung Nr. 23/2011 - Europäische Konferenz im Kraftfahrt-Bundesamt

Vernetzung im Zeichen der Verkehrssicherheit

Ausgabejahr 2011
Datum 16.09.2011

Flensburg, 16. September 2011. Es geht um die Verbesserung des europaweiten Austauschs von Daten über Kraftfahrzeuge und ihre Nutzer, wenn sich Vertreter aus nahezu allen EU-Staaten am 20. und 21. September 2011 im Flensburger Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) versammeln.

Deutschland ist Gastgeber der diesjährigen EUCARIS-Teilnehmerkonferenz, in deren Mittelpunkt technische und rechtliche Fragen der Systemnutzung stehen. So wird es um die Frage gehen, wie die europaweite Einführung des automatischen Notrufsystems „e-Call“ unter Nutzung von EUCARIS zur Bereitstellung von fahrzeugtechnischen Informationen realisiert werden kann.

KBA-Präsident Ekhard Zinke ist von dem europäischen Fahrzeug- und Führerscheininformationssystem überzeugt: „EUCARIS ist nicht nur ein sehr effektiver Baustein im Rahmen internationaler Terrorismusbekämpfung und der Verfolgung von Autoschiebereien – es ist zudem äußerst effizient, indem es die nationalen Zentralregister insbesondere mit Blick auf das gemeinsame Ziel der Verkehrssicherheit vernetzt.“

Das KBA ist in Deutschland die Drehscheibe der Informationen über Fahrzeuge, Halter und Fahrerlaubnisse. Öffentliche Stellen aus dem europäischen Ausland wenden sich mit ihrem Anliegen im Rahmen der rechtlichen Vereinbarungen an die nationale „Kopfstelle“ des jeweiligen Mitgliedstaates um die benötigten Informationen zu erhalten. Auch die für die grenzüberschreitende Verfolgung von Verkehrsverstößen notwendige Halterdatenermittlung soll künftig durch EUCARIS unterstützt werden.

Den Informationsbedarf veranschaulichen 10 Millionen Auskünfte über Fahrzeuge, Halter und Fahrerlaubnisse, die europaweit allein im Jahr 2010 abgerufen wurden. Zinke rechnet mit einer steigenden Tendenz. „Ab 2013 wird es im erweiterten Umfang möglich sein, über EUCARIS zu prüfen, ob in einem anderen Mitgliedstaat bereits eine Fahrerlaubnis ausgestellt oder entzogen wurde. Der Führerscheintourismus kann damit noch effektiver verhindert werden“, so der KBA-Präsident.

Deutschland war im Jahr 2000 mit der Unterzeichnung des EUCARIS-Vertrages eines der fünf Gründerländer dieses Netzverbundes zum Austausch von Fahrzeug- und Führerscheindaten. Fünf Jahre später folgte der Prümer Vertrag, in dessen Rahmen der Einsatz des Systems mit dem Ziel der Terrorismusbekämpfung umgesetzt wurde. Mit Überführung des Prümer Vertrags in den EU-Rechtsrahmen erfolgt in diesem Jahr eine Ausweitung auf alle 27 Mitgliedstaaten.

EUCARIS bietet den Mitgliedstaaten eine erprobte und fast beliebig erweiterbare technische Plattform für den Datenaustausch. Auf dieser Basis können in der Zukunft weitere Verfahren realisiert werden. Der Vorteil liegt dabei auf der Hand: eine Infrastruktur kann für viele Zwecke genutzt werden, die Kosten für die Verfahren fallen dabei entsprechend gering aus.

Ansprechpartner:
Herr Stephan Immen, Telefon: +49 461 316-1293

Diese Seite

© Kraftfahrt-Bundesamt, Flensburg